Glaubensfragen



Glaube und Aberglaube




Sara hat im Gästebuch gefragt:

Lieber Pastor Arndt
Wieso ist Aberglaube (z.B. Glaube daran, dass jemand Warzen wegspricht...) kein Glaube?
Wenn ich glaube, dass Gott hinter allem steht, warum nicht hinter Aberglaube?





Liebe Sara,
das Wort "Glaube" hat in der deutschen Sprache unterschiedliche Bedeutungen. Meist verwenden wir es, wenn wir ausdrücken wollen, dass wir uns einer Sache nicht so ganz sicher sind, aber sie doch für wahrscheinlich halten:  "Ich glaube, dass es morgen regnet"
Man kann aber auch eine Beziehung damit ausdrücken:  "Ich glaube dir!"

Der Glaube an Gott hat etwas von beidem. Wenn ich sage, dass ich an Gott glaube, dann heißt es zum einen "ich glaube, dass es ihn gibt, auch wenn ich es nicht beweisen kann", aber es drückt auch eine Beziehung aus: "weil ich an ihn glaube, vertraue ich ihm, versuche seinen Willen zu tun und frage ihn bei Schwierigkeiten um Rat."

Worin Gottes Willen besteht, erfahre ich in erster Linie aus der Bibel.

Dort lese ich u.a., dass Gott ein "eifersüchtiger Gott" ist. (2.Mose 20,5 Elberfelder). Er möchte meine Liebe mit keiner anderen geistlichen Größe teilen. Deswegen lautet das zweite Gebot: "Du sollst keine anderen Götter haben neben mir".
Nicht, dass es andere Götter wirklich geben würde - aber von Menschen selbst gemachte Götter und auch Dinge wie Glücksbringer, Talismane usw. bringen ihn automatisch von einer gesunden Beziehung zu dem einen Gott ab. Sie verleiten ihn dazu, auf diese Dinge zu vertrauen, anstatt auf den lebendigen Gott. Deswegen spricht man hier von "Aberglaube". Das Wort "aber" kommt aus dem Mittelhochdeutschen und bedeutet hier so viel wie "verkehrt".  "Aberglaube" ist also "verkehrter Glaube", ein Glaube, der sich nicht auf den Gott der Bibel bezieht, sondern ihm den Rücken zukehrt.
In der Bibel werden verschiedene Beispiele genannt: ​

Wenn du in das Land kommst, das dir der HERR, dein Gott, geben wird, so sollst du nicht lernen, die Gräuel dieser Völker zu tun, dass nicht jemand unter dir gefunden werde, der seinen Sohn oder seine Tochter durchs Feuer gehen lässt oder Wahrsagerei, Hellseherei, geheime Künste oder Zauberei treibt oder Bannungen oder Geisterbeschwörungen oder Zeichendeuterei vornimmt oder die Toten befragt. Denn wer das tut, der ist dem HERRN ein Gräuel, und um solcher Gräuel willen vertreibt der HERR, dein Gott, die Völker vor dir. (5. Mose 18,9-12)

Was nun das Besprechen von Warzen angeht - gerade auf diesem Gebiet gedeiht der Aberglaube anscheinend besonders gut. Um sie wegzubekommen soll man je nachdem bei Vollmond, an Wegkreuzungen, oder auf Friedhöfen irgendwelchen Hokuspokus treiben oder bestimmte Sprüche aufsagen.

Wir haben bei unseren Kindern hier mit dem Gebet allerbeste Erfahrungen gemacht: eines unserer Kinder hatte furchtbar viele Warzen, der Arzt wollte es zum Besprechen schicken, wir haben stattdessen gebetet - und Gott hat die Warzen verschwinden lassen. Halleluja!

Was passiert beim Besprechen? Ich weiß es nicht genau, aber ich denke, dass es in den Bereich der Zauberei gehört, also dem Versuch des Menschen, sich geistliche Mächte nutzbar zu machen. Mir sagte einmal ein Besprecher: "Meine Gabe ist doch auch von Gott, ich sage beim Besprechen einen frommen Spruch" - ich fragte ihn: "Was genau sagst du denn da?" - "Das darf ich dir nicht sagen.."

Spätestens an diesem Punkt würde ich mir zweimal überlegen, ob ich mich diesen Einflüssen aussetzen möchte oder nicht.

Kurt E. Koch beschreibt in seinem Buch "Seelsorge und Okkultismus" die Risiken und Nebenwirkungen solcher Eingriffe: Depressionen, Hellsichtigkeit, Jähzorn, Selbstmordgedanken, Ekel vor Gottes Wort und weiteres.
Warzen, Gürtelrosen und ähnliches sind zwar durch das Besprechen verschwunden, aber weitaus belastendere seelische Erkrankungen traten im Nachhinein auf.

Fazit: ich würde lieber beten oder andere für mich beten lassen, als mich jemandem anzuvertrauen, der über Kräfte verfügt, deren Herkunft für mich nicht nachvollziehbar sind und mich der Gefahr auszusetzen, mich unter die Herrschaft okkulter Mächte zu begeben.

Solltest du selbst die Gabe des Besprechens haben, empfehle ich dir folgendes Gebet: "Herr Jesus Christus, ich möchte dir folgen und deinen Willen tun. Darum bitte ich dich: Wenn diese Gabe von dir ist, dann verstärke sie und hilf mir, sie zu deiner Ehre einzusetzen. Wenn sie aber nicht von dir ist, dann nimm sie mir weg".

Ich hoffe, dir damit geholfen zu haben!


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