Kirchengemeinde Havetoft - Predigt über 1. Korinther 15, 35-38.42-44


Predigt über 1. Korinther 15, 35-38.42-44

 

Gehalten am 21.11.2010 (Ewigkeitssonntag)
von Pastor Jörg Arndt, Havetoft

(Mitschrift der gesprochenen Predigt)

Zum Inhalt: Wir werden auferstehen!




Ich wollte Ihnen heute Morgen kurz jemanden vorstellen: Das ist "Krah", eine Handpuppe, die mich regelmäßig zu meinen Andachten im Kindergarten begleitet. Er ist der Liebling aller Kinder und hat als Rabe eine ganz eigene Perspektive der Dinge. Bei einem der letzten Besuche im Kindergarten erzählte er den Kindern, dass er sehr traurig sei, denn der Baum, auf dem er wohnt, hat jetzt alle seine Blätter verloren und er mache sich Sorgen, dass der Baum krank sein könnte. Glücklicherweise konnten die Kinder ihn trösten und ihm erzählen, dass es wieder Frühling werden würde und der Baum dann neue Blätter bekommt.

Das ist natürlich nur ein Spiel, aber die Struktur ist aus dem Leben gegriffen. Jemand erlebt etwas, das ihn belastet, und kann dadurch getröstet werden, dass einer mit diesen Situationen Erfahrungen hat und ihm so weiterhelfen kann. Ein Hausbesitzer entdeckt merkwürdige Risse in seinem Mauerwerk und fragt sich, ob er sich Sorgen machen muss. Aber ein Architekt kann ihn beruhigen: Es handelt sich lediglich um Setzrisse, kein Grund zur Panik.

Ein anderer leidet unter seltsamen Kopfschmerzen und geht zum Arzt, der ihm erklärt, dass dies momentan umgehe. Er brauche sich keine Sorgen zu machen und bekommt Tabletten, die ihm weiterhelfen.

Also, eine größere Erfahrung, ein größerer Überblick über die Dinge kann trösten. Obwohl nun gerade beim Thema Gesundheit die Meinungen mitunter weit auseinandergehen. Der eine empfiehlt regelmäßig Milch zu trinken, das sei gut für die Gesundheit, der andere sagt, Milch wäre nun das Schlimmste, was man sich antun könne, sie sei nur für Kälbchen geeignet und Menschen sollten sie konsequent meiden. So muss man selbst seinen Weg finden und sich entscheiden, auf wen man hört, wem man vertrauen möchte. Das Risiko trägt letztlich jeder selbst.

Das gleiche Problem begegnet uns, wenn wir uns über das Thema Tod und Sterben Gedanken machen, ja, es verkompliziert sich sogar noch, denn wir haben es hier mit Dingen zu tun, die prinzipiell unbeweisbar sind. Man kann viel behaupten, aber ob es tatsächlich so ist, wissen wir erst, wenn wir selbst gestorben sind, aber dann ist es zu spät, um noch irgendetwas zu verändern.

Wenn wir uns mit diesem Thema befassen, begegnen uns jede Menge bunte Antworten, die sich gegenseitig munter widersprechen. Die einen sagen, mit dem Tod sei alles vorbei, die anderen glauben daran, dass sie als ein anderer Mensch wiedergeboren werden, wieder andere denken, dass sie in den Himmel kommen - aber keiner weiß es mit Sicherheit. Deswegen empfehle ich die Bibel, die ich für Gottes Wort halte, und damit für ausgesprochen kompetent, uns in diesen Dingen Auskunft zu geben.

Wir haben die Lehre der Bibel eben im Glaubensbekenntnis ausgesprochen: "Wir glauben an die Auferstehung der Toten und das ewige Leben."

Das heißt, wir glauben daran, dass Gott uns am Ende der Zeiten zu neuem Leben auferwecken wird - und zwar zu einem Leben, das völlig anders ist als alles, was wir bisher kennen.

Es wird ein Leben in einer Welt sein, die Gott völlig neu schaffen wird, und es wird ein Leben in vollkommener Harmonie mit ihm sein. Zugegeben, dieser Glaube ist schon ziemlich speziell, denn er setzt den Glauben an einen persönlichen Gott voraus. Das ist einer der Gründe, weswegen viele Menschen sich lieber an andere Vorstellungen halten, denn man kann an ein Leben nach dem Tod oder eine Wiedergeburt auch glauben, ohne dass man unbedingt auch an Gott glauben muss. Das finden viele Menschen heutzutage sehr angenehm.

Interessanterweise finden wir in der Bibel Spuren davon, dass der Glaube an die Auferstehung auch schon in biblischen Zeiten umstritten war. Beispielsweise berichtet sie von einer Predigt, die der Apostel Paulus auf dem Areopag vor dem griechischen Parlament halten durfte. Interessiert lauschten die hohen Herren seinen Ausführungen über den Glauben, aber als er anfing, über die Auferstehung der Toten zu sprechen, unterbrachen sie ihn mit den Worten: "Darüber wollen wir dich ein andermal hören" - was eine freundliche Umschreibung dafür war, dass sie diese Gedanken für völlig abwegig hielten.

Selbst Jesus musste sich mit einigen Frommen seiner Zeit, den Sadduzäern, über dieses Thema streiten. In Matthäus 22 können wir nachlesen, wie sie sich an ihn mit einem konstruierten Beispiel wenden, um den Gedanken an die Auferstehung lächerlich zu machen. Eine Frau habe nach dem Tod ihres jeweiligen Mannes nach und nach siebenmal geheiratet, und die Sadduzäer wollen nun von Jesus wissen, wessen Frau sie in der Auferstehung denn sein würde. Polygamie im Himmel, eine lächerliche Vorstellung! Damit sei ihrer Ansicht nach der Glaube an die Auferstehung widerlegt. Jesus aber antwortet ihnen sinngemäß: "Ihr habt keine Ahnung. Weder von der Schrift, noch von dem, was auf uns zukommen wird. In der Auferstehung werden wir sein wie die Engel. Das Thema Ehe, wie wir es hier kennen, wird dort keine Bedeutung mehr haben."

Also: Jesus hat unmissverständlich die Auferstehung gelehrt und hat später durch seine eigene Auferstehung demonstriert, was auf uns zukommen wird. Aber auch hier scheiden sich die Geister. Für den einen ist das die Hoffnung schlechthin, dass Jesus zu Ostern den Tod besiegt hat, der andere sagt, "so ein Blödsinn, wer kann das denn glauben?"

Aber wenn wir auf Jesus vertrauen, wenn wir daran glauben, dass er wirklich Gottes Sohn ist und nicht irgend ein Schwätzer, dann dürfen wir auch darauf vertrauen, dass er uns einst von den Toten auferwecken wird, so wie die Bibel es uns sagt. Wie man sich das im Einzelnen vorstellen muss, ist ausgesprochen schwer zu sagen. Versuchen Sie mal, einer kleinen, fetten Raupe zu erklären, dass sie ein halbes Jahr später als ein wunderschöner Schmetterling durch die Luft segeln wird. Sie wird es nicht verstehen können. Uns geht es genauso.

Paulus schreibt im ersten Korintherbrief Kapitel 15:

"Es könnte aber jemand fragen: Wie werden die Toten auferstehen, und mit was für einem Leib werden sie kommen? Du Narr: Was du säst, wird nicht lebendig, wenn es nicht stirbt. Und was du säst, ist ja nicht der Leib, der werden soll, sondern ein bloßes Korn, sei es von Weizen oder etwas anderem. (...)
So auch die Auferstehung der Toten. Es wird gesät verweslich und wird auferstehen unverweslich. Es wird gesät in Niedrigkeit und wird auferstehen in Herrlichkeit. Es wird gesät in Armseligkeit und wird auferstehen in Kraft. Es wird gesät ein natürlicher Leib und wird auferstehen ein geistlicher Leib. Gibt es einen natürlichen Leib, so gibt es auch einen geistlichen Leib."
(1. Korinther 15, 35-38.42-44)

Von diesem Text her ist es verständlich, warum der Friedhof gelegentlich auch als "Gottesacker" bezeichnet wird. Der ist keine Endstation sondern eher eine Art Wartesaal. Er ist wie ein Acker mit einer kostbaren Saat darin. Paulus versucht es uns an einem Beispiel deutlich zu machen, das wir aus unserem Alltag kennen. Das was sich jedes Jahr in der Natur vollzieht, soll uns ein Bild werden, für das was auf uns zukommt. Ein kleines, unscheinbares Samenkorn wird in die Erde gelegt und wächst zu einer wunderbaren Pflanze heran, ob nun ein Getreide, oder eine Blume, oder was auch immer. Das was da entsteht, hat überhaupt keine Ähnlichkeit mit dem, woraus es hervorgegangen ist - und doch gehört es zusammen. Der Samen eine Ringelblume beispielsweise sieht nun wirklich nicht wie eine Blume aus. Eher wie eine kleine vertrocknete Made. Aber wenn ich den in die Erde lege, wird eine Ringelblume daraus, und zwar nur eine Ringelblume - es wird nicht manchmal eine Sonnenblume und manchmal eine Kartoffel daraus, sondern immer eine Ringelblume. Es gibt also einen unauflöslichen Zusammenhang zwischen der Saat und dem was daraus wird.

So ist es bei uns auch. Es gibt einen Zusammenhang zwischen unserem Leben jetzt und dem, wie wir in der Auferstehung sein werden. Es ist zwar völlig anders, aber trotzdem verbunden. So wie mit der Ringelblume und ihren Samen.

Schauen wir uns noch einmal genauer an, wie Paulus die Auferstehung beschreibt:

"Es wird gesät verweslich und wird auferstehen unverweslich."

Unser Leben ist der Vergänglichkeit unterworfen. Sobald wir geboren werden, steht schon fest, dass wir sterben müssen. Nur der Zeitpunkt bleibt uns verborgen, und das ist auch ganz gut so. Alle Schönheit muss irgendwann verblühen. Auch der stärkste junge Mann wird irgendwann alt und gebrechlich. Und wenn wir dann verstorben sind, dann zerfällt unser Körper innerhalb von wenigen Jahrzehnten zur Erde. Oder er wird gleich verbrannt und wird zur Asche - das ist kein allzu großer Unterschied, nur das Tempo ist höher. Am Ende bleibt von uns nichts mehr über.

Aber die Bibel sagt, ebenso wie Gott uns einst das Leben geschenkt hat, ohne dass wir irgendetwas dazu tun konnten, wird er uns einst auch ein neues Leben schenken in der Auferstehung. Dann werden wir einen neuen Leib bekommen, der sich zu dem alten Leib verhält wie die Blume zu dem Samenkorn. Irgendwie erkennbar, aber doch ganz anders. Und der neue Leib wird nicht mehr vergänglich sein. Er wird es keine Krankheit mehr geben, keine Schmerzen und keinen Tod.

Weiter schreibt Paulus: "Es wird gesät in Niedrigkeit - wörtlich steht hier "Unehre" - und wird auferstehen in Herrlichkeit."

Mir wird gelegentlich vorgeworfen, dass ich zu viel über das Thema "Sünde" sprechen würde. Es mag nicht jeder hören, dass er ein Sünder ist. Ich übrigens auch nicht. Ich sehe mich eigentlich lieber als ganz netten Menschen mit ein paar kleinen Fehlern, der aber doch wirklich sein Bestes tut im Leben und eigentlich ein feiner Kerl ist. Aber tatsächlich ist es so, dass jeder Mensch zwei Seiten hat. Die Liebe ist bemüht, das Beste im Menschen zu sehen. So ist es ja auch üblich, dass man sich bei Beerdigungspredigten, wo es darum geht, das Leben eines Verstorbenen darzustellen, auf das Positive konzentriert und das Negative vornehm verschweigt - allerdings so, dass der Verstorbene noch erkennbar bleibt.

Nicht so wie in dem Witz, wo ein Ehepaar bei einer Beerdigung in der Kirche sitzt, bei der der Pastor aus dem Verstorbenen praktisch einen Heiligen macht. Irgendwann stößt die Frau ihren Mann an und sagt: "Du, komm, lass uns gehen, wir sind hier auf der falschen Beerdigung"

Es gibt im Leben eines jeden Menschen eine dunkle Seite. Es gibt die heimliche Sünde. Es gibt den Egoismus. Es gibt die Trägheit. Es gibt den Unglauben. Mit anderen Worten: Wir sind keine Engel. Aber die gute Nachricht lautet: Wir werden sein wie die Engel! Die gute Nachricht ist, dass Jesus in diese Welt gekommen ist, um für unsere Sünden zu sterben und uns alles abzunehmen, was verkehrt an uns ist. Und der Vater erschafft uns neu, als diejenigen, als die wir ursprünglich mal geplant waren, bevor das Leben uns immer mehr verbogen hat. Was für ein Gedanke! Wenn man vom jüngsten Gericht spricht: "richten" heißt ja auch "gerade biegen". Und das wird Gott mit uns tun.

"Es wird gesät in Armseligkeit und wird auferstehen in Kraft."

Das Wort "Armseligkeit" lässt sich hier auch übersetzen mit "Kraftlosigkeit" oder "Schwachheit". Gott hat uns als begrenzte Wesen erschaffen und ich glaube, dass er das absichtlich getan hat. Unser Lernziel ist Demut und Geduld.

Die Herrlichkeit des Menschen ist oft sehr zerbrechlich. Es reicht mitunter ein Luftzug, und es ist mit seiner Herrlichkeit vorbei. Dann hat er einen steifen Nacken und rennt tagelang rum wie Quasimodo. Es reichen ein paar Bakterien oder Viren, um uns komplett lahm zulegen oder uns sogar zu töten. Das ist die Schwachheit des Menschen.

Und selbst, wenn wir gesund sind, sind unsere Kräfte begrenzt. Niemand kann alles. Wir sind darauf angewiesen, dass jemand etwas kann, was wir nicht können. Wir brauchen Ruhephasen. Wir können nicht beliebig lange arbeiten. Und je älter wir werden, desto enger werden unsere Grenzen. Wir werden langsamer, die Kräfte lassen nach, wir brauchen längere Ruhephasen, das Gehör ist nicht mehr so wie es mal war, wir brauchen eine Brille, das Gedächtnis funktioniert auch nicht mehr so? - Aber wir sollen eben nicht darüber jammern, sondern es in Geduld ertragen und wissen: Wir werden auferstehen in Kraft! Die Armseligkeit, die Schwachheit, mit der wir uns hier herumschlagen müssen, die ist dann überwunden. Und es geht noch weiter: Dieses Wort "Kraft" erscheint sonst in der Bibel im Zusammenhang mit der Kraft Gottes. Es geht da um Vollmacht, um die Kraft, Wunder zu tun. Das heißt, wir werden in der Auferstehung über Fähigkeiten verfügen, von denen wir jetzt noch nicht einmal träumen können. Und mit großer Wahrscheinlichkeit werden wir diese Kräfte nicht bekommen, um herum zu sitzen. Das wäre für mich auch eher eine Vorstellung der Hölle: Eine Ewigkeit lang herum zu sitzen und nichts tut zu tun zu haben. Fürchterlich.

Ich denke, dass es in Gottes neuer Welt Arbeit geben wird. Schon der erste Mensch, Adam, wurde mit dem Auftrag geschaffen, den Garten Eden zu bebauen und zu bewahren. Er war also eine Art Gärtner. Bekanntlich hat er sich daneben benommen, er hatte nur ein Gebot, das er beachten sollte, aber das hat er verletzt und verbotenerweise von dem Baum der Erkenntnis gegessen, ist raus geflogen und die Arbeit wurde verflucht. "Der Acker, den du bebauen sollst, soll dir Dornen und Disteln tragen, und im Schweiße deines Angesichtes sollst du dein Brot essen."

Das ist der Fluch, der seitdem auf der Arbeit lastet. Man kann sich kaum vorstellen, wie das Leben ohne diesen Fluch aussehen muss. Da gelingt die Arbeit einfach. Das Essen brennt nicht an. Der Computer stürzt nicht ab. Neue Ideen werden nicht durch irgendwelche Vorgesetzte blockiert. Das Leben und das Arbeiten macht einfach nur Spaß.

Es werden allerdings etliche Berufe nicht mehr gebraucht. Die müssen sich dann umschulen lassen. Zum Beispiel die Ärzte und Apotheker. Es gibt ja keine Krankheit mehr. Wir brauchen keine Krankenpfleger und auch keine Beerdigungsunternehmer mehr, denn gestorben wird auch nicht mehr.

Auch für Pastoren wird es ausgesprochen schwierig - worüber soll ich denn noch predigen, wenn wir alle Gott von Angesicht zu Angesicht kennen? Es gibt ja keine Sünde mehr, die uns von ihm trennt. Wir leben alle in perfekter, harmonischer Gemeinschaft mit ihm. Ich werde dann wohl versuchen, dass ich einen Job in einer himmlischen Lobpreisband bekomme.

"Es wird gesät ein natürlicher Leib und wird auferstehen ein geistlicher Leib"

Das griechische Wort, das in der Lutherübersetzung mit "natürlicher Leib" wiedergegeben wird, heißt wörtlich "psychischer", also "seelischer Leib".

Wir werden in unserem Leben oft von Dingen gesteuert, die uns oft selbst nicht klar sind. Von Gefühlen, von körperlichen Bedürfnissen, von unbewussten Vorgängen. Wenn ich mich gerade über irgend jemanden geärgert habe und meine Tochter kommt und will irgendetwas von mir, dann kann es sein, dass ich nicht so freundlich bin, wie ich es sonst vielleicht wäre. Oder ich gehe einkaufen, der Verkäufer erinnert mich unbewusst an meinen Patenonkel, und deswegen kaufe ich viel teurer, als ich es eigentlich wollte. Oder das Wetter und die kurzen Tage schlagen mir fürchterlich aufs Gemüt, ich kann mich tagelang zu nichts aufraffen, habe noch nicht mal Lust zu beten und in der Bibel zu lesen. Sie kennen das alle! Das sind die Auswirkungen des "seelischen Leibes". Nach der Auferstehung erwartet uns etwas anderes. Ein geistlicher Leib.

Dazu müssen wir wissen, dass der Mensch in biblischer Sicht nicht nur aus Leib und Seele besteht, sondern da kommt auch noch der Geist hinzu. Leib und Seele haben auch die Tiere. Aber was uns als Menschen auszeichnet, ist dass wir gleichsam Gegenüber Gottes sind. Wir sind erschaffen als seine Gesprächspartner. Ganz grob gesagt ist der Teil der Seele, der dafür zuständig ist, Gott zu begegnen, unser Geist. Es wäre eine eigene Predigt für sich, das genauer auszuführen.

Kurz und gut: Unser neuer Leib wird in erster Linie vom Kontakt mit Gott beeinflusst sein. Ihm zu begegnen, wird uns so selbstverständlich sein, wie es hier Atmen oder Essen ist.

Es ist eine faszinierende Aussicht, die sich hier aus diesen wenigen Versen herauslesen lässt, wir dürfen wirklich gespannt sein auf die Auferstehung - aber wahrscheinlich haben diese Vorstellungen wohl nicht das geringste mit dem zu tun, was uns tatsächlich erwartet.

Es gibt eine berühmte Geschichte von zwei Mönchen, die sich intensiv mit dem Thema Jenseits beschäftigen. Sie studieren die Bibel, lesen was andere zu diesem Thema geschrieben haben und sind sich schließlich ziemlich sicher, dass sie einigermaßen verstanden haben, was uns drüben erwartet. Dann treffen Sie eine Vereinbarung. Derjenige, der von ihnen als erster stirbt, soll dem anderen im Traum erscheinen und ihm eine Nachricht überbringen. Dafür vereinbaren Sie zwei Codeworte. Sie waren Gelehrte und sprachen Latein, darum wählten sie das lateinische Wort "totaliter" - zu deutsch "genauso" - als Bestätigung und für den Fall, dass sie sich getäuscht hätten, sollte das Wort "aliter" - zu deutsch "anders" - lauten. Kurze Zeit darauf starb einer der beiden Brüder und erschien verabredungsgemäß dem anderen im Traum. Seine Botschaft lautete: "Totaliter aliter" - vollkommen anders!

Lassen wir uns überraschen! Das Leben hier ist jedenfalls längst nicht alles. Und ich denke, wenn uns das wirklich klar ist, dann wird es unser Leben verändern, dann wird es unser Sterben verändern und auch unser Trauern.

Amen

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